von bje | 1 year 39 weeks ago
1 Dec 2008 - 10:50

Geht "Generation Web2.0" die Puste aus?

Kategorien dieses Artikels: Culture

Die Wirtschaftswoche hat anlässlich der weltweiten Finanzkrise 151 deutsche StartUps aus dem Online Sektor befragt, wie diese ihre aktuelle und zukünftige finanzielle Situation bewerten. Dabei ergibt sich ein düsteres Bild:

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht die Existenz bedroht, über zwei Drittel bauen derzeit Stellen ab und versuchen durch Sparmaßnahmen mit dem vorhandenen Kapital pfleglicher umzugehen. Vor allem Geschäftsmodelle, die ihren Businessplan nur auf sprudelnde Werbeeinnahmen gestützt haben, gehen schweren Zeiten entgegen. Investoren geht langsam die Geduld aus angesichts einer schier endlosen Zahl an Online Unternehmen mit den immer gleichen Ideen und Modellen. Letztlich läuft es bei den meisten darauf hinaus, eine Dienstleistung, die es bereits in gleicher oder leicht veränderter Form zu Hunderten im Netz gibt, gratis an neue Besucher zu verschenken, in der Hoffnung, das diese wiederkommen, Werbung auf der Seite konsumieren und/oder das angebotene Software-Produkt so zahlreich einsetzen, das man es irgendwann kostenpflichtig anbieten kann. Leider ist die Idee weder neu noch hat sie sich in der Vergangenheit als tragend erwiesen, wie die fast durchweg roten Zahlen selbst seit Jahren etablierter Projekte im Netz beweisen. Grade erst gab Lycos bekannt, den Betrieb in Europa faktisch einzustellen - nicht grade ein Leichtgewicht unter den Internet-Firmen und mit Bertelsmann im Rücken auch finanziell nicht grade "untermotorisiert". Doch selbst finanziell starke Investoren verlieren irgendwann die Geduld, wenn sie ihren Aktionären oder ihren Venture-Captital Fond Eignern jedes Jahr aufs neue erklären müssen, warum diese neues Geld zuschiessen sollen, ohne anhand der Geschäftszahlen bisher auch nur die Hoffnung auf ferne Renditen hegen zu können.Lediglich die StartUps, die in ihrem Businessmodell statt auf vage Werbeeinnahmen auf Bezahlmodelle von Abonnenten setzen und damit von Anfang an mit handfesten Einnahmen kalkulieren, haben derzeit noch einen Vertrauensbonus.

Im Jahr 2000 "starben" die reinen Online Unternehmen der 1. Generation reihenweise wie die Fliegen, man sprach vom Platzen der Internet-Blase. Nun sind es die Unternehmen der "Generation web2.0", die um ihr Überleben kämpfen müssen - viele werden dabei ebenfalls auf der Strecke bleiben. Wie lange der Kampf andauern wird und wer letztlich überlebt, wird sich zeigen, wenn klar ist, wie hart 2009 der Kapitalmarkt von der weltweiten Rezession getroffen wird.Wirtschaftswoche: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/internet-startups-in-geldnoeten-3...

http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/web-2-0-der-wettlauf-ums-ueberleb...

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